Dschungelcamp zeigt Nebenwirkungen von Diäten

Der Dschungel bringt Eigenschaften hervor, die auftreten, wenn wir unsere Kalorienzufuhr reduzieren.

©Patryk Kosmider – Fotolia

Hohe Einschaltquoten, keiner hat’s gesehen: das Dschungelcamp. Es lohnt sich aber hinzuschauen. Denn im Grunde genommen ist es eine medizinische Studie zum Thema „Auswirkungen der Kalorienreduktion“.  Diäten gelten gemeinhin als gesund, mal mehr und mal weniger. Doch unterm Strich propagieren Ernährungsberater und sogar Ärzte, weniger Kalorien zu sich zu nehmen, fördere die Gesundheit.

Was Diäten fördern, zeigt das Dschungelcamp eindrucksvoll. Sie fördern vor allem die Streitkultur. Mit zunehmender Nahrungskarenz – und da ist RTL weiter als die meisten Mediziner – kriegen wir zunehmend auch entartete Charaktere zu sehen. Der Mensch wird zum Tier, wenn er nicht genug zu essen hat. RTL hat das erkannt, Ernährungskonzepten fehlt diese Weisheit.
Das Ganze hat auch einen plausiblen Grund. Je mehr Energie unserem Hirn fehlt, desto mehr sind wir auf die Nahrungssuche fokussiert. Benehmen wird da zweitrangig. Der Kampf ist eröffnet. Man kann sämtliche Auswirkungen beim RTL-Format beobachten. Mit jedem einzelnen Tag steigen die Konflikte. Zwar möchte man selbst mit den wenigsten Darsteller mehr als eine Stunde Zeit verbringen.

Unter Hunger verschwindet unsere Disziplin

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Doch das gemeinsame Aufeinanderhocken im Urwald ist per se nicht der Grund für die Zwistigkeiten. Unter Hunger verschwindet unsere Disziplin, wir kriegen Stress und wirken angefressen. Böse Zungen behaupten auch, der häufigste Grund für eine Ehekrise sei die Diät der Frau.
Was nach einem Thekenwitz klingt, ist aber durchaus wissenschaftlich. Unter fortgeführter Kalorienreduktion bzw. nicht bedarfsgerechter Ernährung nehmen Feindseligkeiten zu, ebenso Depressionen und Libidoverlust. Das ist im Prinzip mit einer gesunden Lebensweise eigentlich nicht vereinbar.

Unser Gehirn hat sein Überleben über Jahrtausende perfektioniert und steuert über unseren Appetit seinen Bedarf. Dieser Bedarf ist echt, fortwährender Hunger trotz Übergewicht weist auf eine Problematik des Gehirns hin, Energie aus dem Körper zu mobilisieren. Dies ist eine Folge einer dauernden Stressbelastung und kein Zeichen von Maßlosigkeit. Diäten helfen hier überhaupt nicht. Viel mehr sind Stressmanagement-Programme nötig, die den Energiebedarf wieder senken.

Low carb: Atkins-Diät fördert Atherosklerose

Reduzieren wir beispielsweise Kohlenhydrate in unserer Ernährung, nehmen Gefäßschäden zu, wie bei der Atkins-Diät bereits gezeigt wurde. Der Grund liegt in dem durch Kalorienreduktion hervorgerufenen Stress. Fehlt dem Gehirn Zucker, aktiviert es das Stresssystem und schüttet Kortisol aus. Bei anhaltendem Kalorienmangel treten die bekannten Nebenwirkungen des Kortisols, die wir beispielsweise von einer Kortison-Therapie kennen, auf. Dies ist sicherlich nicht im Sinne des Erfinders. Doch nicht nur das Stresssystem wird aktiv, unser Gehirn stellt auf Sparmodus um. Die neurologischen Folgen zeigt uns eindrucksvoll das Dschungelcamp. Wenn der Wendler also keine Nahrungsextras in seinem Vertrag stehen hat, dann werden wir sehen, wie sein Verhalten sich Tag für Tag verändert.
Es ist daher sehr interessant, das Dschungelcamp einmal aus dem Blickwinkel „Folgen einer Diät“ zu betrachten. So liefert RTL mal etwas gesundheitlich Wertvolles.

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