Verbesserter Trainingseffekt
1. November 2012

Höhentraining im Flachland

Vor den Trainingseinheiten findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch statt.

Ausdauersportler nutzen das Höhentraining schon lange zur Leistungssteigerung. Doch profitieren auch Freizeitsportler oder sogar Herzkranke davon?
Der Nutzen der Höhenluft ist jedenfalls nichts Neues. Bereits im antiken Griechenland wurden Kranke in die Berge geschickt, um sich zu erholen. In der Neuzeit ist Höhentraining fester Bestandteil im Trainingsprogramm von Spitzenathleten.

 Neu ist: Immer mehr Freizeitsportler wollen ebenfalls vom Höhentraining als effizienter Trainingsmethode profitieren. Im B9! Gesundheitszentrum ist dies seit einiger Zeit möglich. „In 8-Wochen Trainingsprogrammen kann jeder seine Leistungsfähigkeit- sei es zur Vorbereitung auf Trekkingreisen oder eines Marathons- deutlich verbessern“, berichtet Nicole Wiedemeyer von B9! Fitness. Auch Forscher der American Heart Association haben das Thema inzwischen entdeckt und eine Studie dazu – mit zwar geringer Fallzahl, aber mit deutlich positivem Ergebnis – veröffentlicht. Hierbei hat man allerdings keine Leistungs- oder Freizeitsportler, sondern Herzkranke Patienten beim Höhentraining untersucht.

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Zwölf Patienten mit Herzschwäche absolvierten innerhalb von drei Wochen zehn Trainingseinheiten von drei bis vier Stunden Dauer unter Sauerstoffmangel. Dies fand nicht in den Bergen statt, sondern in einem mobilen Höhentraining-Simulator. Der Herzsport begann in einer Höhe von 1500 Meter und wurde von Trainingseinheit zu Trainingseinheit um jeweils 300 Meter bis auf 2700 Meter gesteigert.
Eine Reihe von körperlichen Leistungsparametern besserte sich während der Trainingsperiode. Diese Veränderungen hielten auch noch vier Wochen nach Trainingsende an. Innerhalb von drei Wochen erhöhte sich die Auswurfsleistung des Herzens von 31,7 Prozent auf 34,4 Prozent und in den vier Wochen nach Trainingsende nochmal auf 36,1 Prozent. Auch die maximale Sauerstoffaufnahme nahm deutlich von 13,5 auf 14,5 mL/kg/min zu. Im 6-Minuten-Gehtest verbesserten sich die Patienten ebenfalls deutlich von 387 auf 441 Meter. Auch die Muskelkraft stieg an, ebenso besserte sich die Lebensqualität der Patienten. Außerdem zeigte sich ein Trend zur Vermehrung der roten Blutkörperchen.

Unter Höhen- bzw. Hypoxiebedingungen passt sich der menschliche Organismus an die veränderte Sauerstoffkonzentration in der Luft an – er bildet vermehrt rote Blutkörperchen. Mit dieser Mehrzahl an roten Blutkörperchen ist er in der Lage, mehr Sauerstoff an die Zellen zu transportieren. Dadurch wird das Gewebe (z.B. Muskelgewebe) intensiver mit Sauerstoff versorgt und es steht mehr Energie zur Verfügung. Der Körper bildet beim Sauerstoffmangel in der Niere Erythropoetin (bekannt als EPO), was im Knochenmark zur vermehrten Bildung von roten Blutkörperchen führt. Mehr rote Blutzellen können auch in gewissen Grenzen mehr Sauerstoff transportieren.

Manche Menschen haben allerdings schon von Natur aus oder aufgrund von Erkrankungen (z.B. einer COPD) einen erhöhten Gehalt an roten Blutkörperchen. Sie sollten auf das Höhentraining verzichten. Ob auch bei Ihnen eine solche Störung vorliegt, lässt sich mit einer einfachen Blutuntersuchung (kleines Blutbild) beim Hausarzt rasch klären. Da sich das Blutbild unter dem Höhentraining nicht dramatisch verändert, sind die Gefahren auch für Betroffene eher gering.

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